BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


FLOW-Projekt - Fließgewässer erforschen

Am Samstag, dem 1.Mai 2021 trafen sich Mitglieder und Freunde unserer Gruppe mit den beiden Projektleiterinnen Julia vom Helmholtz-Zentrum und Lilli vom BUND, um am Kohlbach im Colditzer Forst unser geplantes Fließgewässermonitoring im Rahmen des FLOW-Projektes durchzuführen. Die äußeren Bedingungen waren optimal, die Motivation der Teilnehmenden ebenfalls.

Unter Beachtung und Einhaltung aller derzeit geltenden Hygieneregeln bildeten wir Kleingruppen von 2-3 Personen, die die anstehenden Aufgaben unter Anleitung von Julia und Lilli durchführten. Ein Team erfasste und kartographierte die Gewässerstruktur, ein weiteres Team entnahm Wasserproben, um diese im Anschluss einer chemischen Untersuchung mit diversen Indikatoren zu unterziehen. Dadurch konnten der ph-Wert sowie die Konzentrationen von Sauerstoff, Nitrat, Phosphor, Chlorid, Ammonium u.a. im Wasser bestimmt werden. Anschließen wurden alle Werte in einer Excel-Tabelle erfasst.

Die umfangreichste Untersuchung war die Bestimmung des Makrozoobenthos. Unter Makrozoobenthos werden hierbei die tierischen Organismen bis zu einer definierten Größe (mit dem Auge noch erkennbar) zusammengefasst. Dazu wurden aus dem Bach in einem Abschnitt von ungefähr 100 m mit Hilfe eines Keschers ca. 20 Schlammproben entnommen. Diese wurden im Anschluss durch verschieden große Siebe gegossen, um auf diese Weise die darin enthaltenen Lebewesen zu filtern. So fanden wir u.a. Libellenlarven, kleinste Muscheln, Würmer, Egel, Krebse, Larven von Köcher-, Schlamm- Stein- und Eintagsfliegen. Diese wurden in verschiedenen Wasserschalen gesammelt, anschließend unter dem Mikroskop bestimmt und gezählt. Dazu wurden mehrere Kleintische mit Mikroskopen aufgestellt, um möglichst viele Teilnehmer in diese Untersuchungen einbinden zu können.

Im Endergebnis stellte sich heraus, dass die Gewässergüte die Klasse 2 hatte, die des Makrozoobenthos der Klasse 3 (von 5) entsprach, was zu einer Gesamtbewertung von 3 (mäßige Qualität) führte.

Daraus ergiebt sich folgendes Fazit: Trotz guter Strukturgüte und der Lage des Probestandorts im Wald (Naturschutzgebiet) fanden sich nur recht wenige Lebewesen in den Proben. Mögliche Gründe dafür können sein: Nähr- und Schadstoffeinträge im Oberlauf sowie isoliertes, naturnahes Gewässer inmitten intensiv genutzter Kulturlandschaft.

Ziel dieses Projektes ist es, im Rahmen von Citizen Sciences (Bürgerforschung) freiwillige Naturschützer auszubilden und zu motivieren, um auf lokaler und regionaler Ebene Strukturen zum Gewässerschutz zu schaffen und somit die Qualität unserer Fließgewässer erhöhen zu können.

Allee zwischen Bockelwitz und Naunhof erhalten und ausbauen

Aufmerksam gemacht durch einen Artikel in der Sächsischen Zeitung, in dem über den Protest von Stadträten gegen das vorgesehene Fällen von vorhandenen Alleebäumen wegen des geplanten Ausbaus der Kreisstraße zwischen Bockelwitz und Naunhof berichtet wurde, nahm der Dresdner Stadt-, Verkehrs- und Umweltplaner Dr. Hunger sich der Sache an. Durch gelegentliche Vorbeifahrten kennt er die Allee und freut sich jedes Mal über deren - trotz zunehmend extremer Trockenzeiten - guten Zustand und vor allem über das schöne Landschaftsbild sowie die weit in die Flächen hineinragende Raumwirkung, die sich durch die auf dem Berg verlaufende Alleestraße ergibt.

Leider gibt es solch gute Beispiele des Straßenbaus mit gleichzeitig geschaffenen Baumbepflanzungen immer weniger, gerade auch in Sachsen. Umso mehr muss versucht werden, solch positive Beispiele zu erhalten, insbesondere auch, um der Herausforderungen der Klimaveränderung gerecht zu werden. Nach Kontaktaufnahme mit den engagiert um die Bäume kämpfenden Stadträten Frau Elgine Tur de la Cruz und Maria-Christin Anderfuhren sowie Herrn Michael Heckel, dem ehemaligen Bürgermeister von Bockelwitz, in dessen Amtszeit die Allee gepflanzt wurde, hat Dr. Hunger den Stadträten seine Unterstützung angeboten und eine Stellungnahme zur Ausbauplanung verfasst. Die Thematik ist ihm dabei nicht neu, hat er sich doch schon öfters mit dem Retten von alten Bäumen und insbesondere von Alleen erfolgreich befasst.

Ausgewählte Aspekte der Analyse von Ditmar Hunger

Insgesamt sollen 66 Bäume gefällt werden. Davon betroffen sind 53 Alleebäume sowie noch vorhandene 9 Einzelbäume einer ehemaligen Alleebepflanzung im Bereich unterhalb von Naunhof. Hier soll auch eine ca. 200 Jahre alte 2 Meter dicke Stieleiche gefällt werden, die eine sehr bedeutende Landmarke darstellt und äußerst wertvoll für die Natur ist.

In seiner Analyse zur Notwendigkeit der Baumfällungen gemäß der vorliegenden Straßenplanung vermutet Dr. Hunger, dass hier eventuell ein Problem mit der Aufgaben- bzw. Zielstellung für den Straßenbau und damit im Zusammenhang mit der Bewertung der Bedeutung der Allee vorzuliegen scheint.

Hinsichtlich des Umgangs mit den Bäumen entsteht der Eindruck, dass bei der Wahl der Gradiente der Baumerhalt nicht im Vordergrund stand, wie sich anhand der zu fällenden 53 Alleebäume zeigt. Ursache ist hier die Vergrößerung des vorhandenen Kurvenradius auf 495 m. Warum wurde das vorgesehen, war doch der vorhandene Radius nicht sehr viel geringer? Zudem weist die Richtlinie einen Mindestwert von 300 m aus, so dass die Radiuserhöhung nicht nachzuvollziehen ist.

Außerdem wird die grundsätzliche Frage gestellt, wieso es bei einem Abstand zwischen Baumreihen von 14 bis 17 m nicht möglich sein soll, die 6,5 m breite Fahrbahn zuzüglich der Bankette und eines Entwässerungsgrabens und damit ca. 12 m – wie bei der vorhandenen Straße auch – unterzubringen? Das ermöglichte ja auch der vorhandene Kurvenradius.

Bei den übrigen 9 zu fällenden verschwinden verschwinden die restlichen Merkmale der früheren Alleebepflanzung. Leider wurde die in den letzten Jahrzehnten offenbar gemäß des altersbedingten Zustands nach und nach gefällt. Eine entsprechend konsequqente Nachpflanzung blieb, von einigen Bäumen abgesehen aus.

Die entsprechenden alleerelevanten Aspekte hätten z. B. im Rahmen der Landschaftspflegerischen Begleitplanung untersucht werden können. Als Ergebnis wäre möglich gewesen, das bei der Eingriffs- /Ausgleichsstrategie zu berücksichtigen, d. h. eine alleeartige Baumbepflanzung einzuplanen. Natürlich hätte man sich dabei mit den in entsprechenden Richtlinien vorhandenen Möglichkeiten auseinandersetzen müssen, um Bäume vorzusehen, deren Abstände von den Mindestmaßen bei Straßenneubau abweichen bzw. diese unterschreiten. Mit den, als Ausgleichsmaßnahme vorgesehenen 35 Neupflanzungen geschieht das nicht, sollen sie doch in einem Abstand von 7,0 m unterhalb des Straßenabschnitts zwischen Schickelsbach und Naunhof gepflanzt werden.

Ohnehin ist nicht nachzuvollziehen ist, dass die übrigen Ausgleichsmaßnahmen – von den vorgenannten Baumpflanzungen abgesehen - teilweise an anderen Orten stattfinden sollen, anstatt diese am Objekt des Eingriffs, der Straßenverbreiterung durch zusätzliche Baumpflanzungen vorzunehmen. Natürlich ist eine Streuobstwiese ein Gewinn, aber eben nur „Ablass“ für die Vernichtung eines wertvollen Alleebestands.

All das scheint ggf. auch deshalb so zu sein, weil bisher in Sachsen allgemein dem Schutz von Alleen nicht die Bedeutung beigemessen wird, wie dies z. B. im Nachbarland Brandenburg, wo allerdings auch mehr Alleen vorhanden sind, erfolgreich praktiziert wird. Umso mehr sollten die politisch Verantwortlichen stolz sein, solch vitale Allee zu besitzen, trägt sie doch nicht nur zum Klima- und Naturschutz bei. Sie ist auch identitätsstiftend im Sinne von Heimatschutz und nicht zu vergessen, Kultur in der Landschaft. Großen Dank muss daher denjenigen ausgesprochen werden, die vor 25 Jahren diese landschaftsprägende Allee geschaffen haben.

Besonders zu kritisieren ist der Umgang mit der 200 Jahre alten Stieleiche, die es im Übrigen längst schon Wert wäre, unter Schutz gestellt zu werden. Diese zu fällen ist nicht erforderlich, weisen doch die Straßenbaurichtlinien verschiedene planerische Möglichkeiten aus, wie Baumerhalt und Straßenausbau gemeinsam durchgeführt werden können. Nur, muss das gewollt und den Planern als Ziel vorgegeben werden.

Regenwasser vor Ort versickern, anstatt abzuleiten

Ein anderer, inzwischen nicht mehr zu leugnender und bei der Straßenplanung unbedingt zu beachtendem Aspekt ist die durch die Klimaveränderung eingetretene Dauertrockenheit, mit stark gefallenen Grundwasserpegeln und extremen Verlusten an Bodenfeuchte. Sichtbar ist dies u. a. am Sterben vieler Bäume – glücklicherweise hier noch nicht - und den erheblichen Ertragsminderungen in der Landwirtschaft. Daher braucht es einen konsequenten Paradigmenwechsel im Umgang mit dem Regenwasser. Demzufolge muss dieses unbedingt vor Ort zu Versickerung gebracht werden. Ungeachtet von ggf. im mir nicht bekannten Erläuterungsbericht enthaltenen Aussagen bzw. Begründungen fällt auf, dass im vorliegenden Projekt ein aufwändiges Regenwasserableitungssystem mit Einläufen in Entwässerungsgräben sowie Fortleitung in Kanälen bis hin zu einem vorhandenen Regenwasserrückhaltebecken vorgesehen ist. Das ist, von den unnötigen Kosten abgesehen, Entwässerungsstrategie der Vergangenheit. Inzwischen weisen auch die Straßenbaurichtlinien klare Hinweise und Regelungen zur Versickerung vor Ort aus.

Daher sind Regenwassergräben nicht als Ablauf- bzw. Ableitungsvorrichtungen, sondern als Sickergräben zu gestalten. Und wenn der Kf-Wert nicht günstig sein sollte, muss eben mit Sickerpackungen, Rigolen etc. gearbeitet werden. Diese Strategie begünstigt nicht nur das Wachstum der Alleebäume, sondern bringt auch den anliegenden Äckern Nutzen. Davon abgesehen tragen die früher üblichen Regenwasserableitungssysteme trotz Rückhaltebecken etc. nicht unwesentlich zu bekannten Hochwasserereignissen in Vorflutern, d. h. Bächen und letztlich Flüssen bei. Abschließend sei angemerkt, dass die erforderliche Änderung der Planung von der allgemeinen Verbesserung des Landschaftsbildes und des Natur- und Klimaschutzes abgesehen, vor allem auch Kosteneinsparungen (Wegfall der Baumfällungen sowie Entwässerungsanlagen) im wahrscheinlich sechsstelligen Bereich bringen wird. Diese Summe sollte für zusätzliche Baumpflanzungen und somit eine Weiterentwicklung der Bockelwitz-Naundorfer Allee verwendet werden.

Für die weitere Diskussion und Überarbeitung der Planunterlagen steht Dr. Hunger gern zur Verfügung.
Quelle: Dr.-Ing Ditmar Hunger, Stellungnahme vom 13.01.2021 zur Ausbauplanung der K7545 zwischen Bockelwitz und Naunhof vom 15.07.2020

Geplanter Ausbau der Verbindungsstraße

Die Fraktion Die Linke/Bündnisgrüne im Leisniger Stadtrat hat auf einer ihrer letzten Sitzungen einen Antrag zum Erhalt der Straßenbäume entlang der geplanten Ausbaustrecke gestellt. Dieser wurde in der Stadratssitzung vom 24.September 2020 behandelt und von allen Parteien unterstützt. Nun beraten Landratsamt, Planer und Naturschützer darüber, ob die geplante Straße schmaler ausgebaut werden kann, um zumindest die 42 Linden im oberen Abschnitt erhalten zu können. Vielleicht gelingt es ja auch noch, die alte Solitäreiche kurz vor Naunhof zu retten.

Landwirtschaft mit Zukunft !?

Auf Einladung der Regionalgruppe Leisnig des BUND trafen sich am 28. Februar 2020 im ehemaligen Ostbahnhof Döbeln rund 40 Personen zu unserem 3. Landwirtschaftspodium und diskutierten mit Akteuren der biologischen Landwirtschaft aus der Region zum Thema "Landwirtschaft mit Zukunft ?!".

Zunächst stellten Dr. Sabine Reichardt (Hofgut Pulsitz), Sebastian Kucka (Gans Gut, Ökologicher Landbau Fam. Kucka ) und Jan Kalbitz (Obstland Dürrweitzschen AG) ihre jeweiligen Betriebe in einem Kurzportrait vor. Hinter- und Beweggründe, Betriebsgeschichte und Produkte sowie Vertriebswege dieser unterschiedlichen Produzenten stellten dabei stellvertretend die Vielfalt und Bandbreite biologisch wirtschaftender Landwirtschaftsbetriebe dar.

Schwerpunkte waren dabei z.B. die extrem gestiegenen Pachtpreise bei sehr kurzen Vertragslaufzeiten sowie die Schwierigkeit, landwirtschaftliche Flächen zu erwerben. Der Erhalt von Fruchtbarkeit als Grundlage jeglicher Nutzung für den Anbau von Lebensmitteln ist den biologisch wirtschaftenden Menschen dabei ein besonderes Anliegen. Der vorherrschende Raubbau an der Bodenqualität zerstört langfristig die Lebensgrundlage von uns allen. Die Technisierung der Landwirtschaft wird von manchen als Chance zum effektiven Einsatz von Ressourcen und Produktionsmitteln gesehen.

Anschließend öffnete Moderator Dr. Fischer das Podium für Fragen des Publikums. Die Nachfragen der Anwesenden drehten sich u. a. um die Auswirkungen der von der Bundesregierung erlassenen Düngemittelverordnung, die als unübersichtlich empfundene Zahl von Labeln im Einzelhandel und die Möglichkeiten regionaler Vermarktung.

Nach der allgemeinen Diskussionsrunde verteilte sich das Publikum in kleineren Gruppen auf die anwesenden Vertreter biologischer Landwirtschaft. Neben den bereits erwähnten waren außerdem anwesend: Oliver Leipacher (Auenhof, Biogemüse), Eckhard Voigt (Landwirt), Biogärtnerei Rockmann, Uwe Becherer (Berater des Bioland e.V.), Sven Kloy (Caprinenhof Lichteneichen, Ziegenprodukte). Die Ergebnisse dieser kleinen Diskussionsrunden wurden abschließend nochmal für alle Anwesenden zusammengefasst:
- Politische Dimension der Landwirtschaft: Auswirkungen des globalen Lebensmittelhandels auf lokale Kreislaufwirtschaft bzw. direkte und kurzfristige Auswirkungen politischer Entscheidungen auf die Landwirte, z.B. Rindfleischimporte aus den USA, obwohl bereits eine 140 %-ige Sättigung des nationalen Marktes besteht.

- In jüngster Vergangenheit publizierte Forschungsergebnisse bezüglich des Einsatzes von Nützlingen im Verbund mit moderner Technik ermutigen, neue Wege zu beschreiten.

- Unter Einbezug aller real existierender Kosten (CO2-Emission, Auszehrung der Böden, Reinigung von Grundwasser, Einsatz fossiler Brennstoffe usw.) erweist sich die biologische Landwirtschaft gegenüber der "konventionellen" als deutlich günstiger. Da diese Kosten aber nicht den Erzeugern zur Last gelegt werden, können ihre Produkte so billig gehandelt werden.

- Unter dem Gesichtspunkt, dass 60 % der Lebensmittel auf dem Weg von der Produktion bis zum Konsumenten weggeworfen werden, stellt sich die vermeintlich nicht ausreichende Produktivität von Bio-Betrieben in einem anderen Licht dar ...

- Es wäre erfreulich, wenn in Kindergärten, Schulen und öffentlichen Einrichtungen mehr biologisch erzeugte Lebensmittel verwendet würden.

- Die Beobachtung, dass biologisch wirtschaftende Betriebe manchmal nachts/öfters spritzen, rührt daher, dass manche Wirkstoffe (z.B. Neem) bei Sonnenlicht zerfallen.

- Diskussion über Vor- und Nachteile der Vermarktung über große Lebensmittelketten im Gegensatz zur Direktvermarktung bzw. Belieferung des Einzelhandels.

Ziel der Veranstaltung war es, mit den konventionell wirtschaftenden Landwirten bzw. deren Vertretern im Bauernverband ins Gespräch und in den konstruktiven Austausch zu kommen. Leider waren diese der Einladung der BUND-Gruppe nicht gefolgt.

Angela Grigo

In unserem 3. Landwirtschaftspodium wollen wir mit regionalen Bio-Erzeugern ins Gespräch kommen.

Zu unseren Gästen gehören:

  • Sabine Reichardt vom Hofgut Pulsitz (Demeter)
  • Jan Kalbitz von Bioobst Baderitz
  • Gans Gut Kucka, Ostrau
  • Uwe Becherer, Bioland-Berater
  • Jürgen Rockmann, Biogärtnerei Rockmann, Fischendorf

Moderation: Dietrich Fischer, Arzt für Allgemeinmedizin aus Leisnig

Mit der Veranstaltung möchten wir:

  1. zeigen, dass Bio-Landbau möglich und sinnvoll ist.
  2. Bio-Landbau im Bewußtsein der Bevölkerung stärken.
  3. Die "Bio-Lüge" durch die Möglichkeit, Akteure in der Region kennenzulernen, entkräften.
  4. Jung-Landwirte mit alternativen Ideen und Möglichkeiten vertraut machen.
  5. Konventionellen Landwirten zeigen, dass es auch anders geht!!!
  6. Landbesitzer motivieren, ihre Flächen lieber an ökologisch wirtschaftende Bauern zu verpachten.

Resümèe zum Landwirtschaftspodium am 15.03.2019 in Döbeln

Was uns als Gruppe besonders beschäftigt, ist der ländliche Raum und das Konfliktpotential zwischen Naturschutz und Landwirtschaft. Hier suchen wir seit einigen Jahren den Dialog. Die aktuelle Podiumsdiskussion kreiste um das Schwerpunktthema EU-Agrarpolitik im Hinblick auf eine Reform der Förderrichtlinien ab 2020. Eingeladen hatten wir Dr. Peter Jahr (CDU), Mitglied des EU-Agrarausschusses und Dr. Sebastian Lakner vom Lehrstuhl für Agrarökonomie an der Uni Göttingen.
Herrn Dr. Lakner wählten wir aufgrund seiner vielzähligen Veröffentlichungen über Nachhaltige Landwirtschaft. Moderator war Norbert Rost, Regionalplaner aus Dresden, der u.a. in der Transition-Town-Bewegung aktiv ist. Was wir uns erhofft hatten war die Darstellung der zu fördernden Maßnahmen, die zu einer nachhaltigeren Wirtschaftsweise und dem Schutz der Biodiversität in der Landwirtschaft führen sollen.
Anwesend waren ca. 50 Interessierte mit unterschiedlichem Hintergrund, sowohl konventionelle Landwirte, als auch Ökolandwirte und Naturschützer. Dadurch entstand ein differenziertes Bild von Landnutzung. Die Debatte verlief friedlich und zeigte die Gesprächsbereitschaft der verschiedenen Akteure.
Dr. Jahr stellte sich als Vertreter der Landwirte dar. Er zeigte großes Verständnis für deren Situation und äußerte mehrfach das Anliegen, einer drastischen Vereinfachung des bürokratischen Aufwands für die Antragsteller. Außerdem sei eine Lockerung der Kontrollen wünschenswert. Betriebsgröße sei kein Kriterium in Bezug auf ökologische Wertigkeit oder das Wohl der Tiere in landwirtschaftlichen Betrieben. Auch Weidehaltung sei nicht grundsätzlich besser als Stallhaltung.
Dr. Lakner ging in seinem Referat auf Naturschutz- und Biodiversitätsziele ein. Er forderte dringende Reformen: Abbau von Direktzahlungen zugunsten von deutlichem Ausbau der Agrarumweltmaßnahmen mit höheren Prämien, Förderung von standortspezifischen Naturschutzmaßnahmen wie z.B. den Erhalt bzw. die Anlage von Hecken, Bäumen und unbewirtschafteten Randstreifen sowie höhere Konzentration auf den Schutz von FFH (Flora-Fauna-Habitat) – Gebieten. Dr. Jahr stimmte der Förderung von Agrarumweltmaßnahmen grundsätzlich zu. Zum Thema Direktzahlungen äußerte er sich nicht.

Beide Referenten waren sich einig darin, dass Landwirte von ihrer Arbeit leben können müssen und an diesem Ziel ihre Entscheidungen ausrichten. Dabei ging es allerdings um rein betriebswirtschaftliche Gesichtspunkte. Die gesellschaftlichen Gesamtkosten der aktuellen Wirtschaftsweise, d.h. Folgekosten im Umwelt- und Gesundheitssektor, wurden nicht angesprochen. Auf Landschaftsökologie wurde im Detail kaum eingegangen. Fragen nach dem Schutz unserer Lebensgrundlage, und ganz konkret, wie die Biodiversität in der Landwirtschaft gefördert werden kann, blieben leider unbeantwortet. Hier hätten mehr Diskussionsbeiträge aus dem Publikum die Kontroverse bereichern können. 
Die Veranstaltung zeigte wieder einmal, wie wichtig es ist, mit den unterschiedlichen Akteuren im ländlichen Raum im Gespräch zu bleiben und motivierte uns, weiterführende Angebote zu planen.

Patricia Geyer

Was blüht denn da am Ackerrand?

 

Landwirtschaftspodium zur Agrarreform 2020 - Vortrag und Diskussion

Nach welchen Regeln die Fördermittel der EU vergeben werden, ist Gegenstand hitziger Debatten. Momentan wird diese Richtlinie überarbeitet und ab 2020 in neuer Fassung in Kraft treten - Anlass zur Sorge oder Grund zur Hoffnung?

Für das Podium konnten wir folgende Referenten gewinnen:

Dr. Peter Jahr (CDU, MDEP) ist Mitglied des Agrar-Ausschusses der EU und berichtet über den aktuellen Stand der Debatte.
Dr. Sebastian Lakner (Uni Göttingen) erläutert, wie durch eine andere Vergabepolitik die ökologische Landwirtschaft und der Naturschutz gefördert werden können.
Moderation: Norbert Rost, Büro für Regionalentwicklung Dresden

Wann: Freitag, 15.03.2019, 18.00 Uhr
Wo: Burger Café Ostbahnhof Döbeln, Str.d.Friedens 12

Lutherbuche in Leisnig braucht dringend Pflege

Die Luther-Buche auf dem Leisniger Kirchplatz sollte im letzten Jahr gefällt werden. Dies konnte durch ein Baumgutachten verhindert werden. Nun braucht die Buche aber dringend Pflege (Bewässerung, Belüftung, Baumschutzanstrich).

Mit Ihrer Spende unterstützen Sie den Geschichts- und Heimtverein Leisnig zum Erhalt des 135 Jahre alten Baumes neben der Kirche St.Matthäi.

IBAN: DE63 8605 5462 0039 0209 79                     Verwendungszweck: Luther-Buche

500 Jahre Meißner Umland und Lommatzscher Pflege

Herr Lippold vom Kulturkreis Schloss Scharfenberg e.V. hat eine Festschrift anlässlich eines Symposiums des Ministeriums für Umwelt und Landwirtschaft zum Thema "500 Jahre Lommatzscher Pflege - Ein Land wo Werte wachsen" verfasst, welche wir hier widergeben möchten da sie außerordentlich beachtenswert ist.
Da hat "ein Bürger", wohlgemerkt kein Angehöriger einer Umweltorganisation, den Finger so treffend in die Wunde gebohrt, dass es sich lohnt, alles sehr aufmerksam zu lesen.
Besonders Text und Bilder muss man sich ganz in Ruhe verinnerlichen.

Kulturlandschaft Sachsen - Sind Landwirtschaft und Naturschutz unvereinbar?

Die Landwirtschaft besitzt durch ihren großen Anteil der Flächennutzung in Sachsen einen erheblichen Einfluss auf Ökosysteme und deren Leistungsfähigkeit. Doch gerade konventionelle Landwirtschaft führt zu einer Reihe von Umweltproblemen, wodurch fruchtbarer Boden rar wird und die resultierende Flächenkonkurrenz steigt. Artenverlust, Zerstörung von Ökosystemen und Bodendegradation unserer Kulturlandschaften sind die Folge. Dies zu stoppen erfordert eine nachhaltige und ökologische Agrarpolitik sowie eine faire bäuerliche Landwirtschaft.

Ein erster Schritt in die richtige Richtung ist es, ökologische Belange in raumordnerischen Verfahren einen größeren Stellenwert zu geben. Um dies zu schaffen und der Natur mehr Raum zu geben, bedarf es zunächst einer größeren Kommunikationsbereitschaft von Seiten der Landwirtschaftsvertreter. Der BUND Sachsen e.V. lädt deshalb am 29. Juni 2017 zu einer Podiumsdiskussion mit Vertretern der zuständigen Behörden, der Politik und des Naturschutzes.

Zeit: 18:30 Uhr bis 21:15 Uhr am 29.Juni 2017
Ort: Kulturscheune Börtewitz, Neue Straße 1d, 04703 Leisnig, OT Börtewitz
Beim Anklicken der Überschrift kommen Sie zur Pressemitteilung des BUND Sachsen.

Informationsveranstaltung Wölfe in Sachsen

Der rappelvolle Konferenzraum der Ökostation „Grüne Welle“ in Naundorf platzte fast aus allen Nähten beim Vortrag des Wolfsexperten Stefan Kaasche vom Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz. Ca. 70 interessierte Menschen aus der Region verfolgten die spannenden, informativen und unterhaltsamen Ausführungen des Referenten, der sich bereits seit seiner Kindheit mit dem Thema Wolf beschäftigt und inzwischen über einen reichen Erfahrungsschatz darüber verfügt.

In seinem 90 minütigen Vortrag gelang es ihm, die vielseitigen Facetten des sich in Deutschland wieder ausbreitenden Wolfes mit Bildern sowie Film- und Tonaufnahmen eindrucksvoll dem faszinierten Publikum nahe zu bringen. Dabei wurden Lebensraum, Lebensweise, Ausbreitung sowie Nahrungsspektrum und soziale Strukturen anschaulich dargestellt und die Faszination dieses Tieres hervor gehoben.

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, das besonders bei den älteren Gästen und Jagdfreunden noch viele Ängste beim Thema Wolf mitschwingen, welche durchaus auch aus dem Reich der Fabeln genährt werden. Herrn Kaasche gelang es, alle Fragen sachlich fundiert zu beantworten, auch wenn durchaus eine gewisse Portion Provokation des einen oder anderen Fragestellers mit im Spiel war. Ein Gast z.B. bezeichnete sich selbst als langjährigen Naturschützer und stellte im selben Atemzug die Frage, welchen Nutzen der Wolf überhaupt hätte, man solle lieber die verschwundenen Arten, wie Rebhuhn oder Fasan schützen. Die Antwort von Hern Kaasche dazu war eindeutig: der Artenschwund sei nicht dem Wolf zuzuschreiben, sondern dem Einfluss des Menschen, wie z.B. fehlende Lebensräume durch industrielle Landwirtschaft und Raubbau an der Natur.

Insgesamt war dies ein gelungener Abend, der Lust auf mehr macht. Dazu planen wir eine Wolfsexkursion nach Rietschen, um dort in den Revieren der Nochtener und Daubitzer Wolfsrudel den Spuren der Wölfe zu folgen und den Lebensraum des Isegrims, die Felder und Wiesen in der Muskauer Heide, am Rand des Truppenübungsplatzes und in der Tagebaufolgelandschaft kennen zu lernen.

Landgrabbing durch LPG-Nachfolger und Investoren

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) sieht sich durch die aktuelle Studie des Thünen-Instituts zum Einstieg weiterer Investoren in große ostdeutsche Agrarunternehmen bestätigt im Widerstand gegen das staatlich gestützte Landgrabbing durch agrarindustrielle LPG-Nachfolgebetriebe, Ex-DDR-Kader und weitere Agrarindustrielle.

Die in der DDR durch politischen Zwang geschaffene Struktur sei nach der Einheit bewusst durch Bundes- und Landesregierungen erhalten und ausgebaut worden, unter anderem durch die systematische Privilegierung der LPG-Nachfolgebetriebe bei Verpachtung und Verkauf riesiger staatlicher Flächenpools und durch massive Subventionierung. Der Aufbau einer bäuerlich strukturierten Landwirtschaft werde so bis heute systematisch verhindert – zu Lasten der ehemaligen LPG-Beschäftigten und der privaten Landwirte und infolgedessen auch von Wertschöpfung und Arbeitsplätzen in ländlichen Regionen.

Dieser ersten Welle staatlich geförderten Landgrabbings folge nun eine zweite: Viele der so geförderten Inhaber großer Agrar-GmbHs bzw. nur scheinbarer „Agrargenossenschaften“ verkauften nun ihre Unternehmen oder Anteile an außerlandwirtschaftliche Investoren für deren Aufbau von Landbau-Konzernen, Biogas-Imperien und Mega-Tierfabriken. Weiterlesen>>>

Netzwerk „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ stoppt 11. Tierfabrik binnen 4 Monaten

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) berichtet über die Durchsetzung immer neuer Baustopps für Großmastanlagen durch das bundesweite Bürgerinitiativen- und Verbände-Netzwerk „Netzwerk Bauernhöfe statt Agrarfabriken“. Hierin haben sich in den letzten drei Jahren 200 Bürgerinitiaven und Verbände zusammengeschlossen. AbL-Agrarindustrie-Experte Eckehard Niemann beglückwünschte die beharrlichen Agrarfabriken-GegnerInnen und Gemeinden zu diesen Erfolgen und wies darauf hin, dass in den letzten drei Jahren seit Gründung des Netzwerks „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ mehr als 50 Agrarfabriken erfolgreich verhindert oder vorläufig gestoppt worden seien. Hinzu kämen vermutlich mehrere hundert ursprünglich geplante Anlagen, deren Investoren jedoch wegen der zu erwartenden Auseinandersetzungen von ihren Vorhaben Abstand genommen hätten.

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Bauer sucht Land

Voraussetzung für eine verantwortliche Landwirtschaft ist die Verbindung des Landwirtes zu dem Boden, den er bewirtschaftet. Das bedeutet auch, dass der Bauer sich in die sozialen und ökologischen Verhältnisse des Ortes hinein stellt und seine berufliche Existenz mit der bewirtschafteten Fläche verbindet.

In Ostdeutschland greift jedoch seit einigen Jahren ein Prozess um sich, der der Landbevölkerung zunehmend den Boden unter den Füßen wegzieht. Mehr und mehr übernehmen anonyme Kapitalgesellschaften und ortsfremde Investoren große, zusammenhängende Agrarflächen. Diesen Spekulanten geht es in erster Linie um die EU-Flächensubventionen, die z.Zt. durchschnittlich 344 Euro pro Hektar betragen.
Die Gewinner sind somit Betriebe mit den größten Flächen; 20 % der Betriebe erhalten 80% der Subventionen. Und gerade im Osten beträgt die durchschnittliche Größe landwirtschaftlicher Betriebe das Fünfache von jener im Westen. Dies als historisch gewachsen zu bezeichnen, wie es die Vertreter der Agrarlobby gerne tun, ist schlichtweg falsch, weil dies die Folgen der kommunistischen Zwangskollektivierung sind und nichts mit historischem Wachstum zu tun haben. 

Leid tragende dieser Fehlentwicklung sind junge, einheimische Landwirtschaftsabsolventen, für die es ohne Boden keine Perspektiven in der Landwirtschaft gibt und die seit Jahren frustriert in andere Berufe ausweichen.
Im Gegensatz dazu erwerben gut betuchte Landwirte aus den alten Ländern, wie z.B. der in unserer Region schon zu zweifelhaftem Ruhm gelangte Dr. Heinz Schönleber, von der BVVG große Flächen, um damit eine Maximierung ihrer Gewinne erzielen zu können.

Doch dagegen regt sich Widerstand! Der Appell an die Agrarministerkonferenz unter dem Titel "Bauer sucht Land" ist in der Überschrift verlinkt.

Eine interessante Publikation zu diesem Thema gibt es von Michael Beleites:
Leitbild Schweiz oder Kasachstan.

Generelles Verbot für Agrarfabriken gefordert

Die Aktivitäten der AbL (Arbeitsgenossenschaft bäuerliche Landwirtschaft), ein Bündnispartner des BUND, zielen auf ein generelles Verbot von Agrarfabriken und Qualhaltung und auf die Durchsetzung einer artgerechten Tierhaltung in mittelständischen, bäuerlichen Strukturen mit eigener Futtergrundlage. Viele Landwirte beteiligen sich, weil auch sie diese gesellschaftlich nicht mehr akzeptierte Tierhaltung, die damit verbundene Konzernabhängigkeit und die Verdrängung von bäuerlichen Betrieben ablehnen.

Etliche Gemeinden, Landkreise und Regionen wie zum Beispiel Hannover, Lüneburg, Emden oder Salzwedel haben sich durch Beschlüsse oder Koalitionsverträge gegen agrarindustrielle Projekte und für eine bäuerliche Landwirtschaft positioniert. Auch andere Landkreise arbeiten an der Eindämmung bzw. Verhinderung von Agrarfabriken.

Bauern sollten die gesellschaftliche Bewegung gegen Agrarfabriken nicht als Gegner sehen, sondern als Bündnispartner und aktiv zu nutzende Chance.
Anwohner müssen bisher gesundheitliche Beeinträchtigungen, Wertverluste an Lebensqualität, bei Grundstücken, Gebäuden, anderen Wirtschaftsgütern und der Erholungsqualität ganzer Regionen hinnehmen. Das geltende Baurecht vernichtet Arbeitsplätze in ländlichen Regionen, zumal die neuen Stallanlagen in hohem Maße rationalisiert sind. Große Anlagen bieten nur wenige und unattraktive Billigstlohn-Arbeitsplätze und vernichten Arbeitsplätze auf konkurrierenden bäuerlichen Betrieben.

Auch Gemeinden und Landkreise fordern inzwischen eine Änderung dieser Rechtslage, um eine geordnete Flächenplanung zu ermöglichen - im Interesse von AnwohnerInnen, Tourismus und anderen Wirtschaftsbereichen, die auf eine intakte Umwelt angewiesen sind. Die Mehrheit der Bundesbürger lehnt dagegen Exportsubventionen ab und befürwortet staatliche Maßnahmen zum Abbau der Überschussproduktion. Der wachsende Export von Lebensmitteln aus industrieller Tierhaltung in der EU leistet dem ungesunden, übermäßigen Konsum tierischer Erzeugnisse weltweit Vorschub. Exportiert werden nicht nur Fleisch und Milch, sondern auch ein nicht nachhaltiger Lebensstil. Dies ist ethisch unverantwortlich angesichts des zunehmenden Hungers und der sich verschärfenden weltweiten Flächenkonkurrenz.

Pressemitteilung der AbL vom 13.02.13
Gegenwind für Agrarfabriken (Artikel von Eckehardt Niemann)

Windenergie könnte künftig zwei Drittel unseres Strombedarfs decken

Pro Quadratmeter Flächenverbrauch liefert Biomasse 2-4 kWh Strom, Windkraft jedoch 3000 kWh. Die Bodenversiegelung durch die Masten ist minimal und nach 20-30 Jahren können sie ohne bleibende Schäden und Giftmüll wieder abgebaut werden. Zudem ist Windstrom mit ca. 8-11 Cent/kWh die preiswerteste Form von Strom aus erneuerbarer Energie und senkt so die Preise an der Strombörse. Die Anlagen holen die für ihre Herstellung nötige Energie in 3-6 Monaten wieder herein.

Dass der Strompreis trotzdem immer weiter steigt liegt an den Ausnahmen für die Industrie. Einige wenige Hundert Firmen verbrauchen rund 18 Prozent des deutschen Stroms, sie zahlen aber nur 0,3 Prozent der Umlage für erneuerbare Energien. Neben den Schlupflöchern für die Industrie im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gibt es entsprechende Ausnahmeregelungen auch bei der Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung, bei den Netzentgelten und bei der Strom- und Energiesteuer ("Ökosteuer"). Viele dieser Ausnahmen haben höhere Strompreise für nicht-privilegierte Stromkunden zur Folge. So spart z.B. Vattenfall-Mining jedes Jahr 40 Millionen Euro durch die Befreiung von der EEG-Umlage.

Antibiotika in der Tiermast

Die industrielle Massentierhaltung kommt ohne Antibiotika nicht mehr aus. Die Folge sind multiresistente Keime, die auch den Menschen bedrohen. Nach dem jüngsten Bericht des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Braunschweig enthalten Masthähnchen und Mastkälber deutlich mehr Bakterien, die unempfindlich auf Antibiotika reagieren, schreibt die >>>WELT.  

Das Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR) in Berlin geht davon aus, dass nicht nur Hähnchen, Hühner und Puten, sondern auch Schweine, Mastkälber und Rinder bis 5,9 Mal im Jahr mit Antibiotika behandelt werden. In einer bundesweiten Untersuchung des Instituts aus dem Jahr 2009 an 629 Proben Hähnchenfleisch hatten sich gut 22 Prozent als „MRSA-verdächtig“ herausgestellt. Das Kürzel steht für methicillinresistente Staphylococcus aureus, ein Wundinfektionskeim, der gegen eine wichtige Gruppe von Antibiotika unempfindlich ist. Außerdem treten gehäuft ESBL-Keime auf, die sich in den Darm einnisten und dort Enzyme bilden, die Antibiotika wirkungslos machen. Diese Fähigkeit können die Keime auch an andere Erreger weitergeben, die dann im Falle einer Infektion schwerer zu behandeln sind. Das macht sie zu einer ernst zu nehmenden Gefahrenquelle.

Kosten für Brunnenschließung steigen ins Uferlose

Betroffen davon sind Brunnen in Ostrau, Mügeln und Ziegra. Aus diesem Grunde gab es eine kleine Anfrage von Michael Weichert (Fraktion B90/Grüne) im Sächsischen Landtag.

Laut Staatsminister Kupfer "können die Verursacher dieser Verunreinigung an den Folgekosten nur dann angemessen beteiligt werden, wenn deren schuldhaftes Handeln konkret nachgewiesen werden kann."

Das heißt im Klartext: Die Folgekosten werden auf die Verbraucher abgewälzt, damit die Agrarindustrie weiter die Umwelt mit Düngemitteln und Giften verschmutzen kann! Da fehlen einem die Worte...

Subventionen für industrielle Massentierhaltung zerstören die Umwelt

Nach Recherchen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sind in Deutschland in den Jahren 2008 und 2009 jeweils über eine Milliarde Euro an Agrarsubventionen in die industrielle Massentierhaltung von Schweinen und Geflügel geflossen. Pro Jahr wurden davon rund 950 Millionen für den Anbau von Futtermitteln für Mastschweine, Masthühner und Puten ausgegeben.

Der Bau großer Mastanlagen wurde im Jahr mit durchschnittlich etwa 80 Millionen Euro bezuschusst. Knapp 20 Millionen Euro gingen jährlich, meist in Form von Exportsubventionen, direkt an die zehn größten Schlachtfirmen.

Der Kampf um den Boden hat begonnen

Was wäre Sachsen ohne seine Landwirtschaft? Beim Weizen liegen die Erträge in Mittelsachsen 8-9 Prozent über dem Landesdurchschnitt. Zugleich verschlingt der Hunger nach neuen Straßen und Gewerbeflächen immer mehr Ackerfläche.

In einem Artikel aus dem Döbelner Anzeiger vom Wochenende meldet sich auch unser guter Bekannter Torsten Krawczyk zu Wort, wobei er anscheinend vergessen hat, dass er ebenfalls vor nicht allzu langer Zeit mit dem Bau einer überdimensionierten Biogasanlage zur Bodenversiegelung beitragen wollte.

Oder vielleicht ist das seine Form von Reue und der Einsicht, dass doch nichts über wertvollen Ackerboden geht...

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Nitrat im Trinkwasser wird teuer!

Der Artikel in der Döbelner Allgemeinen bestätigt unsere Kenntnisse. Umwelt und Gesundheits schädigende Intensivlandwirtchaft darf nicht weiter mit Steuergeldern gefördert werden. Wer industriell Landwirtschaft betreibt, muss sich auch den Marktgesetzen stellen. Die Politik ist gefordert, die Subventionierung und Landschaftsausräumung durch die Landwirtschaftsindustrie einzustellen. Und jeder landwirtschaftliche Flächeneigentümer vor Ort kann dazu beitragen, dass die Agrarindustrie gestoppt wird: man verpachtet einfach an solche Betriebe keine Flächen! >>>>

Quelle: http://leisnig.bund.net/aktuell/